Zurück zur Übersicht

Portal einer verlorenen Kirche: HTWG-Studentinnen gestalten Gedenkstätte der Klosterkirche Petershausen

Stolz auf das neue Portal an historischer Stätte (v. l.): Bürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn, Schirmherr Wilderich Graf von und zu Bodman, Initiator und Vereinsvorsitzender Wolfgang Müller-Fehrenbach, Oberbürgermeister Uli Burchardt, Professor Eberhard Schlag sowie die Gestalterinnen Hanna Baumann, Eva Hillemeyer und Anja Riedesser.

1831 wurde die Klosterkirche des Konstanzer Stadtteils Petershausen abgerissen. Seit dieser Woche erinnert ein abstrahiertes Portal an das einst bedeutende Gotteshaus. Entworfen haben es drei Masterstudentinnen der Hochschule Konstanz im Seminar „Design und Raum“ bei Prof. Eberhard Schlag und Prof. Brian Switzer.

Ein vergessener Ort werde da wieder zum Leben erweckt, so formulierte es der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt bei der feierlichen Einweihung. Er liegt zwischen dem Archäologischen Landesmuseum und der Musikschule auf einem Areal, das bislang eher Durchgang als Ort des Verweilens war. Hier haben die Studentinnen Anja Riedesser, Hanna Baumann und Eva Hillemeyer vier Stahlbögen platziert, exakt am gleichen Platz und exakt in den gleichen Dimensionen des einstigen Kirchenportals. Ziel sei es gewesen, den sakralen Raum wieder spürbar zu machen, so Hanna Baumann.

Die Initiative zu der Aktion war vom Verein Petershauser Orgelkultur ausgegangen und seinem umtriebigen Vorsitzenden Wolfgang Müller-Fehrenbach. Ihm ist es gelungen zahlreiche Unterstützer für die Portal-Idee zu begeistern und auch die Stadt Konstanz zu überzeugen. Im Jahr 2016 kam Müller-Fehrenbach auf die Hochschule Konstanz zu und stieß in der Fakultät Architektur und Gestaltung auf offene Ohren: Ein Semester lang beschäftigen sich damals die Studierenden im Seminar „Design und Raum“ mit Ideen für eine Wiedererweckung des Portals. Der Entwurf „Pars tempi“ der drei Studentinnen aus den Fachbereichen Architektur und Kommunikationsdesign hat danach die Jury und den Gestaltungsbeirat der Stadt überzeugt.

Die Stahlbögen der Konstanzer Schlosserei Böhler sind luftig, bieten von beiden Seiten einen Durchblick und lassen bei aller Abstraktion deutlich erkennen, dass es sich um ein Kirchenportal handelt – sie zeigen eine Mischung aus filigraner Arbeit und wuchtigem Ausmaß. Wenn es nach den Gestalterinnen und dem Verein geht, soll es dabei im Übrigen nicht bleiben: Der Originalentwurf sieht eine Erweiterung über die gesamte Länge des Kirchenschiffs vor – eine durchaus realistische Perspektive.

Zur feierlichen Einweihung mit Segnung durch den Weihbischof gab es bereits jetzt jede Menge Lob: Es sei „bemerkenswert, was da gelungen ist“, meinte Uli Burchardt. Und auch der betreuende Professor Eberhard Schlag gratulierte: Ein Kirchenportal als erstes realisiertes Bauwerk – das sei sicherlich ein gutes Zeichen für die berufliche Zukunft der Drei.